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Cannabis Temperatur: Optimale Werte beim Anbau und ihre Vorteile

Cannabis Temperatur: Optimale Werte beim Anbau und ihre Vorteile
Maryna K.
Autor

Maryna K.

Engagiert sich als Cannabis-Expertin für die gesellschaftliche Akzeptanz der Pflanze und räumt mit alten Mythen und falschen Vorstellungen auf.

Temperatur gehört beim Cannabisanbau zu den wichtigsten Umweltfaktoren. Licht, Wasser und Nährstoffe können optimal eingestellt sein – ist es dauerhaft zu heiß oder zu kalt, kann die Entwicklung der Pflanze trotzdem gebremst werden.

Die richtige Temperatur unterstützt Photosynthese, Wasserhaushalt, Wurzelaktivität und eine gleichmäßige Pflanzenentwicklung. Gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen je nach Wachstumsphase. Eine junge Cannabispflanze reagiert anders auf Wärme als eine Pflanze in der späteren Blütephase.

Doch welche Temperatur ist beim Cannabisanbau ideal? Welche Vorteile bringt ein stabiles Klima und was passiert bei zu hoher oder zu niedriger Temperatur?

Dieser Guide zeigt die wichtigsten Richtwerte und erklärt, worauf es beim Indoor- und Outdoor-Anbau ankommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum ist die Temperatur beim Cannabisanbau wichtig?
  2. Welche Vorteile bietet die richtige Temperatur?
  3. Optimale Cannabis-Temperatur nach Wachstumsphase
  4. Temperatur bei der Keimung
  5. Temperatur bei jungen Cannabispflanzen
  6. Temperatur in der Wachstumsphase
  7. Temperatur in der Blütephase
  8. Tag- und Nachttemperatur: Wie groß sollte der Unterschied sein?
  9. Was passiert bei zu hoher Temperatur?
  10. Was passiert bei zu niedriger Temperatur?
  11. Temperatur und Luftfeuchtigkeit richtig kombinieren
  12. Indoor vs. Outdoor: Wo lässt sich die Temperatur besser kontrollieren?
  13. Ist Cannabisanbau in Deutschland legal?

Makroaufnahme einer Cannabis Pflanze im Growraum unter LED-Licht

Warum ist die Temperatur beim Cannabisanbau wichtig?

Cannabis ist eine wärmeliebende Pflanze. Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst hohe Temperaturen automatisch besser sind.

Temperatur beeinflusst verschiedene biologische Prozesse innerhalb der Pflanze. Dazu gehören insbesondere:

  • Photosynthese,
  • Atmung,
  • Transpiration,
  • Wasseraufnahme,
  • Stoffwechsel,
  • Wurzelaktivität,
  • Pflanzenentwicklung.

Wissenschaftliche Untersuchungen an Cannabis sativa zeigen, dass sich die optimale Temperatur für die Photosynthese je nach Genetik unterscheiden kann. In untersuchten Sorten lagen optimale Bereiche ungefähr zwischen 25 und 35 °C, wobei einige Genetiken ihr Optimum bereits um 25 °C erreichten. Gleichzeitig können Temperaturen oberhalb von etwa 30 °C unter bestimmten Lichtbedingungen die Photosynthese und Wassernutzung beeinträchtigen.

Es gibt deshalb keine einzige perfekte Temperatur für jede Cannabispflanze. Sorte, Alter, Lichtintensität, Luftfeuchtigkeit und Anbausystem spielen ebenfalls eine Rolle.

Welche Vorteile bietet die richtige Temperatur?

Eine stabile Temperatur bietet beim Cannabisanbau mehrere Vorteile.

1. Gleichmäßige Pflanzenentwicklung

Starke Temperaturschwankungen bedeuten Stress für Pflanzen. Ein möglichst stabiles Klima erleichtert es der Pflanze, ihren Stoffwechsel kontinuierlich aufrechtzuerhalten.

Das kann zu einem gleichmäßigeren Wachstum beitragen.

2. Optimale Bedingungen für die Photosynthese

Bei der Photosynthese wandelt die Pflanze Lichtenergie in chemische Energie um.

Untersuchungen an Cannabis sativa zeigen, dass Temperatur und Lichtintensität die Photosyntheserate deutlich beeinflussen. Eine kontrollierte Temperatur hilft deshalb dabei, vorhandenes Licht effizienter zu nutzen.

3. Besser kontrollierbarer Wasserhaushalt

Je wärmer die Umgebung wird, desto mehr Wasser verliert die Pflanze über ihre Blätter.

Bei extremen Temperaturen kann dieser Wasserverlust stark ansteigen. Eine kontrollierte Umgebung erleichtert deshalb die Abstimmung von Bewässerung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

4. Weniger Hitze- und Kältestress

Extreme Temperaturen können typische Stresssymptome verursachen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • eingerollte Blätter,
  • verlangsamtes Wachstum,
  • hängende Blätter,
  • ungewöhnliche Blattverfärbungen.

Ein stabiler Temperaturbereich reduziert das Risiko solcher klimabedingten Probleme.

5. Bessere Kontrolle während der Blüte

Besonders während der Blüte sollte die Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung kontrolliert werden.

Ein stabiles Klima erleichtert die Regulierung der Luftfeuchtigkeit und kann dadurch helfen, ungünstige Bedingungen für Schimmelbildung zu vermeiden.

6. Probleme lassen sich leichter erkennen

Wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit stabil sind, können andere Probleme leichter eingegrenzt werden.

Zeigt eine Pflanze trotzdem Veränderungen, lassen sich beispielsweise Bewässerung, Licht, Substrat oder Nährstoffversorgung gezielter überprüfen.

Optimale Cannabis-Temperatur nach Wachstumsphase

Die folgenden Werte sind Orientierungsbereiche und keine festen Grenzwerte für jede Genetik.

Wachstumsphase

Temperatur tagsüber

Temperatur nachts

Keimung

ca. 22–25 °C

möglichst stabil

Sämlinge/Jungpflanzen

ca. 22–26 °C

ca. 18–22 °C

Vegetative Phase

ca. 24–28 °C

ca. 18–22 °C

Blütephase

ca. 20–26 °C

ca. 18–22 °C

Die passende Temperatur kann je nach Sorte, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit etwas höher oder niedriger liegen.

Gerade deshalb sollte man Temperaturwerte nicht isoliert betrachten.

Temperatur bei der Keimung

Während der Keimung ist vor allem ein gleichmäßiges und mildes Klima wichtig.

Ein Bereich von ungefähr 22 bis 25 °C wird häufig als Orientierung verwendet.

Sehr niedrige Temperaturen können biologische Prozesse verlangsamen. Zu hohe Temperaturen können dagegen das Substrat schneller austrocknen und damit ungünstige Bedingungen für den Keimling schaffen.

Auch die Qualität der Samen spielt eine wichtige Rolle.

CANNANA führt sowohl feminisierte als auch Automatic-Genetiken, darunter beispielsweise Cookies XL Automatic, Mango Smile Automatic, OG Kush Automatic, Sour Diesel Automatic sowie Purple Milkshake und Blueberry Bubba Feminisiert.

Cannabis Samen entdecken

Wer unterschiedliche Genetiken vergleichen möchte, findet im CANNANA Sortiment verschiedene Indica-, Sativa- und Hybrid-Samen.

Junge Cannabispflanzen unter LED-Licht bei kontrollierter Temperatur

Temperatur bei jungen Cannabispflanzen

Sämlinge besitzen noch kein vollständig entwickeltes Wurzelsystem und reagieren deshalb empfindlicher auf extreme Umweltbedingungen.

Ein moderater Bereich um ungefähr 22 bis 26 °C schafft meist stabile Bedingungen.

Besonders wichtig:

Direkte starke Hitze sollte vermieden werden. Junge Pflanzen sollten deshalb nicht unmittelbar neben Heizquellen oder extrem warmen Lampen stehen.

Cannabis Pflanzen in der Wachstumsphase unter LED-Beleuchtung

Temperatur in der Wachstumsphase

Während der vegetativen Phase entwickelt Cannabis neue Blätter, Triebe und Wurzeln.

Als praktischer Orientierungsbereich werden häufig ungefähr 24 bis 28 °C während der Lichtphase verwendet.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Cannabis bei warmen Bedingungen hohe Photosyntheseraten erreichen kann. Das genaue Temperaturoptimum unterscheidet sich allerdings zwischen verschiedenen Genetiken.

Das bedeutet:

Genetik und Anbauumgebung sind wichtiger als eine einzelne „perfekte“ Zahl.

Blühende Cannabis Pflanzen bei kontrollierter Temperatur im Growraum

Temperatur in der Blütephase

Während der Blüte wird häufig etwas kühler gearbeitet als während der kräftigen Wachstumsphase.

Ein Orientierungsbereich von ungefähr 20 bis 26 °C kann die Klimakontrolle erleichtern.

Wichtiger als ein einzelner Temperaturwert ist allerdings das Zusammenspiel aus:

  • Temperatur,
  • relativer Luftfeuchtigkeit,
  • Luftzirkulation,
  • Pflanzenabstand,
  • Lichtintensität.

Besonders dichte Pflanzenbestände sollten gut belüftet sein.

Tag- und Nachttemperatur: Wie groß sollte der Unterschied sein?

Auch in der Natur ist es nachts normalerweise kühler als tagsüber.

Indoor kann deshalb ein moderater Temperaturunterschied zwischen Licht- und Dunkelphase sinnvoll sein.

Beispiel:

Tag: 25 °C
Nacht: 20–21 °C

Sehr große Temperatursprünge sind dagegen meist unnötig.

Entscheidend ist vor allem, dass die Pflanzen keinem wiederholten extremen Wechsel zwischen heiß und kalt ausgesetzt werden.

Cannabis Pflanze mit eingerollten Blättern durch zu hohe Temperatur

Was passiert bei zu hoher Temperatur?

Dauerhafte Hitze kann Cannabis deutlich belasten.

Besonders kritisch kann die Kombination aus:

hoher Temperatur + starker Beleuchtung + geringer Luftfeuchtigkeit

werden.

Mögliche Anzeichen sind:

  • nach oben eingerollte Blattränder,
  • schnell austrocknendes Substrat,
  • hängende Blätter,
  • verlangsamte Entwicklung,
  • erhöhter Wasserverbrauch.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass Temperaturen oberhalb von etwa 30 °C bei gleichzeitig sehr hoher Lichtintensität die Photosynthese und Wassernutzung beeinträchtigen können.

Was kann helfen?

Bei einem Indoor-Grow können beispielsweise folgende Punkte überprüft werden:

  • Abstand der Beleuchtung,
  • Abluft,
  • Umluft,
  • Raumtemperatur,
  • Zeitpunkt der Beleuchtungsphase,
  • Luftfeuchtigkeit.

Wichtig ist außerdem, die Temperatur auf Höhe der Pflanzen zu messen und nicht nur irgendwo im Raum.

Cannabis Pflanze mit hängenden Blättern bei zu niedriger Temperatur

Was passiert bei zu niedriger Temperatur?

Auch dauerhaft niedrige Temperaturen können problematisch sein.

Mögliche Folgen sind:

  • verlangsamtes Wachstum,
  • geringere Stoffwechselaktivität,
  • langsamere Wasseraufnahme,
  • verlangsamte Entwicklung des Wurzelsystems.

Außerdem kann kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen. Dadurch kann die relative Luftfeuchtigkeit steigen, wenn die Raumtemperatur stark sinkt.

Das kann insbesondere in dicht bewachsenen Bereichen ungünstig sein.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit richtig kombinieren

Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten beim Cannabisanbau niemals getrennt voneinander betrachtet werden.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft.

Sinkt nachts die Temperatur, steigt daher häufig die relative Luftfeuchtigkeit – selbst wenn sich die tatsächliche Wassermenge in der Luft kaum verändert.

Deshalb sollte ein Grower idealerweise Thermometer und Hygrometer gemeinsam verwenden.

Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist VPD – Vapor Pressure Deficit.

Vereinfacht beschreibt VPD den Unterschied zwischen der Feuchtigkeitsmenge, die Luft aufnehmen könnte, und der tatsächlich vorhandenen Feuchtigkeit.

Für Einsteiger reicht zunächst jedoch meist:

Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit gemeinsam beobachten und extreme Werte vermeiden.

Indoor vs. Outdoor: Wo lässt sich die Temperatur besser kontrollieren?

Indoor

Der größte Vorteil des Indoor-Anbaus ist die Kontrolle.

Grower können beispielsweise:

  • Beleuchtungszeiten verändern,
  • Umluft einstellen,
  • Abluft regulieren,
  • Temperatur messen,
  • Luftfeuchtigkeit kontrollieren.

Der Nachteil:

Beleuchtung und technische Geräte erzeugen zusätzliche Wärme.

Outdoor

Outdoor übernimmt die Natur einen Großteil der Klimaregulierung.

Allerdings lassen sich:

  • Hitzewellen,
  • kalte Nächte,
  • starke Temperaturschwankungen
  • kaum beeinflussen.

Die Wahl einer zur Region passenden Genetik wird deshalb wichtiger.

So lässt sich die Temperatur beim Indoor-Anbau kontrollieren

Ein kompliziertes System ist nicht immer notwendig.

Hilfreich können sein:

Thermometer mit Min-/Max-Funktion

Damit lässt sich erkennen, wie stark die Temperatur innerhalb von 24 Stunden schwankt.

Hygrometer

Misst zusätzlich die relative Luftfeuchtigkeit.

Umluftventilator

Hilft dabei, warme und kühle Luft im Raum gleichmäßiger zu verteilen.

Abluftsystem

Transportiert warme Luft aus dem Grow-Bereich.

Beleuchtung überprüfen

Besonders leistungsstarke Lampen können die Temperatur in unmittelbarer Pflanzennähe erhöhen.

Mehrere Messpunkte verwenden

Die Temperatur direkt unter der Lampe kann deutlich höher sein als am Boden.

Deshalb sollte möglichst auf Höhe der Pflanzenspitzen gemessen werden.

Ja – allerdings nur innerhalb der gesetzlichen Voraussetzungen.

Nach § 9 KCanG dürfen Erwachsene ab 18 Jahren an ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt maximal drei Cannabispflanzen gleichzeitig zum Eigenkonsum anbauen. Cannabis aus dem privaten Eigenanbau darf nicht an andere Personen weitergegeben werden.

Zusätzlich verlangt § 10 KCanG, dass Cannabis und Vermehrungsmaterial im privaten Raum durch geeignete Maßnahmen vor dem Zugriff durch Dritte geschützt werden müssen – insbesondere vor Kindern und Jugendlichen.

Für Cannabissamen gilt § 4 KCanG: Der Umgang mit Cannabissamen ist grundsätzlich erlaubt, sofern sie nicht für einen unerlaubten Anbau bestimmt sind. Eine Einfuhr zum privaten Eigenanbau ist nach dem Gesetz nur aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union zulässig.

Offizielle Rechtsgrundlagen

§ 4 KCanG – Umgang mit Cannabissamen

§ 9 KCanG – Privater Eigenanbau

Konsumcannabisgesetz – vollständiger Gesetzestext


FAQ:

Welche Temperatur ist beim Cannabisanbau optimal?
Es gibt keinen universellen Wert für alle Sorten. Als Orientierung liegen viele Indoor-Bedingungen während Wachstum und Blüte ungefähr zwischen 20 und 28 °C. Genetik, Lichtintensität, Luftfeuchtigkeit und Wachstumsphase beeinflussen den optimalen Bereich.
Welche Temperatur brauchen Cannabissamen zum Keimen?
Als praktischer Orientierungsbereich gelten ungefähr 22 bis 25 °C. Vor allem sollte die Temperatur möglichst stabil bleiben.
Welche Temperatur sollte Cannabis nachts haben?
Als Orientierung werden häufig ungefähr 18 bis 22 °C verwendet. Entscheidender als eine bestimmte Zahl ist, extreme Temperaturschwankungen zu vermeiden.

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